Wenn die Europäische Zentralbank über den Leitzins entscheidet, hat das Folgen bis auf das einzelne Sparkonto. Der Leitzins bestimmt, zu welchen Konditionen sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen. Diese Vorgabe wirkt sich auf die Zinsen aus, die Banken für Kredite verlangen und für Einlagen zahlen. Zuletzt hat die EZB den Leitzins stabil gehalten, nachdem die Inflation sich dem angestrebten Niveau angenähert hat.
Vom Leitzins zum Sparzins
Ein stabiler Leitzins bedeutet nicht automatisch stabile Sparzinsen. Banken legen ihre Konditionen eigenständig fest und richten sich dabei auch nach dem Wettbewerb. Deshalb kann es sein, dass einzelne Institute ihre Aktionszinsen anheben oder senken, obwohl sich der Leitzins nicht verändert hat. Für Sparerinnen und Sparer bleibt der Vergleich der Angebote deshalb wichtig.
Der Leitzins gibt die Richtung vor, die konkrete Verzinsung entscheidet jede Bank für sich.
Was Sparer daraus ablesen können
Eine Phase stabiler Leitzinsen spricht dafür, dass sich die Sparzinsen vorerst nicht sprunghaft verändern. Wer einen guten Festgeldzins findet, kann sich diesen für die Laufzeit sichern. Beim Tagesgeld bleibt der Zins variabel und kann sich mit dem Wettbewerb bewegen. Beobachter raten dazu, die Entwicklung im Blick zu behalten, ohne in Aktionismus zu verfallen.
Hintergrund
Die EZB verfolgt mittelfristig eine Inflationsrate von rund zwei Prozent. Solange sich die Teuerung in diesem Bereich bewegt, besteht wenig Druck für größere Zinsänderungen. Neue Konjunkturdaten können die Lage jedoch jederzeit verändern.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Entscheidungen der EZB und die Konditionen der Banken können sich jederzeit ändern.